Wir reden über: X-Men Trilogy

„You actually go outside in these things? – What would you prefer? Yellow spandex?“

Die X-Männer gehören ja zum erfolgreichsten was Marvel jemals zustande gebracht hat, was vor allem daran liegen könnte, dass diese bunt zusammen gewürfelte Truppe von Mutanten für jeden Geschmack etwas bereithält. Das ist Wolverine für die harten Jungs die gerne Blut spritzen sehen, starke unabhängige Frauen mögen am liebsten Rogue, und für alle perversen, notgeilen Comicnerds, gibt es Emma Frost. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Filmindustrie schon ziemlich früh auf den Erfolgszug dieses Comics aufspringen wollte und mit der „X-Men Trilogie“, neben den Batmanfilmen von Chris Nolan oder Sam Raimis „Spider-Man“,  eine der erfolgreichsten Comicfilmreihen der Neuzeit schuf.

Story:

Mutationen sind der Schlüssel zu evolutionärem Erfolg, nur dank ihnen konnte sich der Mensch aus dem Urschlamm heraus zur dominanten Spezies unseres Planeten entwickeln. Doch die Menschheit fürchtet sich vor den neuen Mutanten die den ihnen überlegen sein könnten und versucht sie mit allen Mitteln unter Kontrolle zu halten. Innerhalb dieser haben sich mittlerweile zwei Lager gebildet die versuchen auf völlig unterschiedliche Arten den Respekt der Menschen zu erlangen. Zum einen ist da Charles Xavier ein äusserst mächtiger Telepath, der in seiner Privatschule, jungen Mutanten, die ausgestossen oder weggerannt sind, die Möglichkeit gibt ein „normales“ Leben zu leben und so etwas wie eine Familie zu besitzen. Nebenbei unterhält er mit den älteren Mutanten wie Strom, die das Wetter manipulieren kann oder Cyclops der durch seine Augen gewaltige Laser abfeuern kann, eine Art Superheldentruppe. Auf der anderen Seite, steht Magneto alias Erik Lehnsherr, der durch seine Kräfte jede Art von Metall kontrollieren kann, der mit seiner „Bruderschaft der Mutanten“ die Menschheit mit allen möglichen Mitteln bringen will, sich den Mutanten zu unterwerfen.

Stil:

Was in einem Comic funktioniert, ist nicht in allen Fällen für die grosse Leinwand geeignet und dies fällt bei „X-Men“ ziemlich oft auf. Während Charaktere wie Wolverine oder Rogue  noch ziemlichglaubwürdig rüberkommen, sind andere dann entweder unglaubhaft oder einfach nur lächerlich, die stellenweise ziemlich billig aussehenden Spezialeffekte kommen, besonders im ersten Teil der Reihe, dann noch erschwerend hinzu. Bei den Kulissen versuchte man ebenfalls die Comicbilder so gut wie möglich für die Kamera umzusetzen, was diesen aber mehr den Touch von einem billigen Versteck eines James Bond Bösewichtes verleiht. Trotzdem, sind die Filme keineswegs so mies wie das jetzt klingt, besonders Szenen wie die Prologe des ersten und dritten Teils, sind äusserst gut gelungen und bringen den Charakteren ein wenig von der nötigen Tiefe zurück.

Charaktere:

Natürlich ist von allen Figuren Wolverine schon der geilste und toughste und Hugh Jackmann bringt dies auch ziemlich gut rüber. Die, durch einen Gedächtnisverlust hervor gerufene stete Suche nach seinem Ursprung, ziehen sich wie ein Roter Faden durch alle drei Filme, und wurden dann  aber erst in seinem eigenen Film „X-Men Origins: Wolverine“ so richtig aufgeklärt. Daneben faszinierte auch die Beziehung zwischen Charles Xavier und Erik „Magneto“ Lehnsherr, die trotz völlig unterschiedlicher Standpunkte und Ideologien nachwievor den gegenseitigen Respekt vor einander behalten haben. Was zuweilen soweit geht, dass beide zusammen Schach spielen, wobei Erik aber dabei schon lange im Gefängnis sitzt. Wie schon erwähnt, ist was für einem Comic von Vorteil seinkann, bei einem Film eher nachteilig, dies zeigt auch die grosse Anzahl an Figuren die man stellenweise fast krankhaft versuchte hinein zu quetschen. Während man bei den „X-Men“, mit ein zwei Änderungen immer auf die bewährte Truppe setzt, kommen bei dem Gegenspielern in Magnetos Reihenbei jedem Film ein dutzend neue Schergen hinzu, die man zum Teil lieber unter Verschluss gehalten hätte.

Fazit:

Da ich die Comics nie wirklich gross gelesen habe, hielten sich meine Erwartungen an die Filme auch ziemlich in Grenzen und ich hoffte eigentlich nur auf gutes Popcornkino, was diese zweifelsfrei bieten. Es wird viel gekämpft, Dinge in die Luft gejagt und im letzen Teil wird sogar die ganze Golden Gate Bridge in die Luft gehoben. Auf der anderen Seite  kann man natürlich nicht auf die grosse Kinooffenbarung hoffen und besonders beim ersten Teil zeigt sich wie wenig Mühe man sich zum Beispiel nur teilweise nur schon bei der Dialoggestaltung gegeben hat “ I didn’t do it for you. I did it for me!“ Die Filme sind leichte Kost und gute Unterhaltung für zwischendurch, halten aber dem Vergleich mit neueren Comicverfilmungen wie „The Dark Knight“ oder „Sin City“ keineswegs mehr stand. Für mich steigern sich die Filme aber mit jeder neuen Fortsetzung, weshalb man den dritten Teil auch als besten der Reihe bezeichnen kann.

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9 Responses to “Wir reden über: X-Men Trilogy”


  1. 1 donpozuelo Mai 11, 2011 um 11:28 am

    „X-Men“ sind cool. Klar, können die Vergleichen zu „Batman“ und Co. nicht wirklich standhalten, aber das wollen sie ja auch gar nicht. Was sie aber zeigen, ist, dass man mehrere Superhelden in einen Film packen und es auch funktionieren kann. (Für „The Avengers“ eine enorm wichtige Prämisse – auch wenn da die Helden wesentlich größer sind).

    Als Popcorn-Kino sind „X-Men“ ausgezeichnete Kost. Und ich gebe dir Recht, sie werden mit jedem Teil ein wenig besser. Was man von dem ersten Spin-Off mit Wolverine nicht gerade behaupten kann. Hoffentlich wird es mit dem neuen Prequel besser.

  2. 2 Dos Corazones Mai 11, 2011 um 12:09 pm

    Der dritte Teil gefällt mir inhaltlich am wenigsten, wobei da die Effekte wirklich gut gemacht sind (da war halt das Geld da…), Teil 1 gefällt vor allem dank Anna „Rogue“ Paquin und der zweite hat Nightcrawler!

    Aber juckt alles, ohne Jackman wären die Filme niemals sooo cool geworden, wobei Nolans Batman-Reihe doch deutlich besser abschneiden kann.

  3. 3 Dr. Borstel Mai 11, 2011 um 12:49 pm

    Den dritten Teil … als besten der Reihe??? WTF?

  4. 4 maloney8032 Mai 11, 2011 um 1:27 pm

    @don: Ja avengers muss in diesem Punkt ziemlich aufpassen dass, keiner zu kurz kommt aber auch nit zu sehr im Mittelpunkt, zumal mit Iron Man 1+2 ja schon zwei Filme eines Helden vorangegangen sind.

    @Dos Corazones: Paquin wurde ja auch von Film bess…heisser 😛

    @Borstel: Hast du ein Problem damit? 😛

  5. 5 bullion Mai 11, 2011 um 3:09 pm

    Mir gefällt die Reihe recht gut, wobei ich inzwischen wohl den ersten Teil am besten fand, dich gefolgt vom zweiten – nur der dritte ist etwas abgeschlagen.

  6. 6 Celina Mai 11, 2011 um 4:29 pm

    Gutes Review! Als X-Men und besonders Wolverine Fan war ich bei den Filmen erst kritisch, aber es ist, wie ich es immer sehe. Es ist normal, dass sie Verfilmungen von Comics bzw. Büchern etc. unterscheiden und das find ich nicht schlimm. Man muss es eben voneinander differenzieren, was bei mir aber gut klappt.
    Ich bin sowohl Hugh Jackman als auch Wolverine Fan und klar, er hat seine Sache gut gemacht, aber Jackman als Person passt eigentlich nicht so gut auf Wolverine. Erstmal ist er zu groß und zu „glatt“… er ist irgendwie schon fast eher der „Schönling“, wobei WOlverine für mich immer viel ruppiger war… und haariger…und eben etwas mehr tierhafter.
    Und ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich X-Men allgemein mehr mag als Batman, aber ich finde Dark Knight nicht besser als die X-Men-Filme. Zumindest nicht für eine Comicverfilmung. Dark Knight mag zwar gut gewesen sein, aber hat schon gewaltig seinen Comic-Charme verspielt, was zB Spiderman nicht verlor.

    • 7 maloney8032 Mai 11, 2011 um 5:10 pm

      Naja wie gesagt war nicht so mit den Comics vertaut als ich die Filme zum ersten mal sah, aber Wolverine ist dort schon viel härter und brutaler aber der sollte ja teilweise auch ein anderes Publikum ins Kino locken…und „The Dark Knight“ darf man auch nicht direkt als eine Comicverfilmung sehen, sondern eher als eine art surrealen Thriller, genau wie „inception“dort wird auch nicht genau geklärt wieso man da in Träume eingreifen kann.

  7. 8 Laosüü Mai 12, 2011 um 8:26 am

    Storytechnisch fand ich den ersten Teil noch am Besten, was vor allem an dem von dir angesprochenen Prolog liegt. Die Vorgeschichte von Magneto lässt einen fast verstehen, warum er so verbittert und misstrauisch gegenüber der Menschheit ist.
    Teil 2 bietet dann mit Nightcrawler einen ziemlich coolen, wenn auch weinerlichen Mutanten. Abgesehen davon ist Brian Cox als Stryker ein ziemlich langweiliger Antagonist. Da fand ich Danny Huston im Prequel noch irgendwie besser.
    Teil 3 war dann von den Effekten der Beste, allerdings ging mir Halle Berry ziemlich auf den Nerv, weil sie sich irgendwie ziemlich in den Vordergrund gedrängt hat. Und von der Story war der Film jetzt auch kein Bringer.

    Alle Teile haben gemein, dass mir Famke Janssen als Jean Grey überhaupt nicht gefallen hat. War ziemlich langweilig und hatte auch keinerlei emotionale Tiefe.


  1. 1 Wir reden über: The Wolverine | The Sweet Nonsense Trackback zu August 11, 2013 um 2:00 pm

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