Wir reden über: Alice in Wonderland

„My dear girl, everyone with a head that large is welcome on my court!“

Tim Burton ist mit Abstand von allen Regisseuren, der den ich am meisten bewundere und Alice im Wunderland eins meiner liebsten Bücher überhaupt. kommen dann diese zwei Elemente zusammen, könnte ein Film entstehen der es würdig wäre mein absoluter Lieblingsfilm genannt zu werden…könnte man meinen 😛

Story:

Alice Kingsleigh, ist eine 19-Jährige Debütantin, im England des 19. Jahrhunderts und soll während einer viktorianischen Gartenparty, den Heiratsantrag eines ihr nicht sehr symphatischen Jungen Lords namens Hamish annehmen. Bevor es jedoch überhaupt dazu kommt entdeckt sie ein weisses, anzugtragendes Kaninchen dem sie unbedingt folgen will. Dieses Unterfangen endet dann schliesslich damit dass, das Hasentier in seinem Bau verschwindet und Alice beim Versuch ihm nachzuklettern in dieses hinein fällt. Anstelle einfach in einem Loch zu landen, befindet sie sich  nun einem runden Raum mit verschiedenen verschlossenen Türen. Nur eine winzige Pforte lässt sich mit einem Schlüssel öffnen. Sie trinkt einen Trank der sie schrumpfen lässt, kommt nun aber nicht mehr an den Schlüssel zur Pforte, da sie diesen zurück auf den Tisch gelegt hat. Daraufhin isst sie ein Törtchen, das sie wachsen lässt. Nachdem sie den Schlüssel genommen hat, trinkt sie wieder den Schrumpftrank. Als sie dann endlich dieses Martyrium verlässt findet sie sich an einen wunderbaren und zugleich äussertst merkwürdigen Ort wieder, so dass sie alles natürlich nur für einen Traum hält. Sie wird dort schon vom Kaninchen, einer Haselmaus und einen Zwillingspaar mit Namen Tweedledee und Tweedledum, erwartet die ihr Mitteilen dass sie möglicherweise die „richtige“ Alice sein könnte die diesen Ort genannt Unterland von der Herrschaft der bösen Roten Königin befreien wird.

Stil:

Tim Burton macht zwei Sorten von Filmen: Die Melancholisch-Düsteren und die Psychedelisch-Bunten. „Alice in Wonderland“ gehört wohl eher in die zweite Kategorie, nur schon allein von der Tatsache her, dass das Orginalwerk durch seinen Überschuss an (Sweet :)) – Nonsensprache und Paradoxes an einen erstklassigen Drogentrip erinnert. Der Film strotzt dadurch geradezu vor Buntheit und richtig furchterregend wird es selbst in den dramatischten Szene fast nie. Einzig im Kampf gegen den furchteinflössenden Jabberwocky kommt eine gewisse dunkle Note auf, die aber auch schon wieder vorbei ist, bevor sie überhaupt angefangen hat. Vielleicht schlägt hier aber auch der Ruf des Micky Maus-Konzerns durch, der den Film produzierte und wohl auf grosse Familenunterhaltung setzen wollte, und bin ich der einzige der fand, dass die Schlösser der Weissen und Roten Königin wie Abbilder des bekannten Disneytraumschlosses aussahen? Vielleicht war mein Fehler aber auch, dass ich, seit mir die grobe Story bekannt war, sofort Parallelen zum Computerspiel „American Mc’Gess Alice“ zog. Das ebenfalls mit der Rückkehr von Alice ins Wunderland und der dort ausgebrochenen Terrorherrschaft der Roten Königin beschäftigt, jedoch mit wesentlich düsteren Figuren und Schauplätzen.

Charaktere:

Die meisten Charaktere entstammen natürlich aus der Feder von Lewis Carroll, da diese dort aber mehr in Gedichten als Geschichten auftreten, war fast keinem von ihnen eine richtige Persönlichkeit oder ein Name, bis auf Ausnahmen wie Tweedledee und Tweedledumm oder den Jabberwocky, gegeben worden. Burton „taufte“  daher nun fast jede Figur und gab ihr einen passenden Namen, wie dem Hutmacher  „Tarrant Hightopp“, der Roten Königin „Icrebeth“ oder dem Weissen Kaninchen „Nivens McTwisp“, was dadurch, eine Idenfikation mit dem Charakter durch den Kinobesucher so wesentlich wahrscheinlicher macht. Der Film ist eine Mischung aus Schauspiel- und Animationskunst, daher ist auch etwa die Hälfte der Besetzung nur durch Sprechrollen vertreten, wovon mir besonders Stephen Fry als gelassene aber auch ein bisschen beängstigende Grinsekatze und Barbara Windsor als kriegerische Haselmaus gefielen. Ich würde jetzt auch noch Christopher Lee als Jabberwocky lobend erwähnen aber leider wurde diesem nach nur einem Satz brutalerweise die Zunge abgeschnitten und so blieben einem weitere akustische Darbietungen des Monstrums verwehrt. Dominiert wird der Film aber trotzdem von den „echten“ Schauspielern bei denen natürlich sofort Johnny Depp als Hutmacher, mit seinem fast ein bisschen zu aufgesetzten Schottenakzent, heraus sticht  und eine schöne Mischung aus Edward mit den Scherenhänden und Willy Wonka abgibt. Alice-Darstellerin Mia Wasi…Wasauchimmer ist vielleicht teilweise ein wenig zu blass in der sonst so bunten Wundewelt aber durch ihren Status als Newcomerin, verzeiht man ihr das leicht. Helena Bonham Carter als Rote Königin konnte mich hingegen wenig bis kaum überzeugen, da erstens die Beweggründe ihres Handelns nie so richtig offen gelegt wurden und sie eher den typischen Disneybösewicht anstelle einer grausamen Herrscherin mimte .

Fazit:

„Alice in Wonderland“ gehört sicher mit „Sleepy Hollow“, „Batman Returns“ und „Nightmare before Christmas“ zu Burtons besten Werk, dennoch war mir dann alles streckenweise doch ein klein wenig  zu bunt auch wenn es sich so vielleicht doch mehr an der Romanvorlage orientiert. Einen grosses Plus geb ich dem Figuren- und Charakterdesign bei dem man sich wirklich etwas einfallen lassen hat, zumal man ja für die Kostüme auch einen Oscar gewonnen hat. Wie gesagt bin ich aber mit der Darbietung einzelner Charaktere, allen voran die der Roten Königin nicht wirklich zufrieden. trotzdem ist der Film aber ein gutes Fantasymärchen für die Leinwand geworden, ich hatte zwar mehr erwartet bin aber dennoch nicht enttäuscht worden.

Review Rating 7.0

7/10

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17 Responses to “Wir reden über: Alice in Wonderland”


  1. 1 Dos Corazones März 20, 2011 um 4:25 pm

    “ „Alice in Wonderland“ gehört sicher mit „Sleepy Hollow“, „Batman Returns“ und „Nightmare before Christmas“ zu Burtons besten Werk “

    Echt, Batman Returns fandest du gut? Ich war von Alice… maßlos enttäuscht. Auch weil Johnny Depp allmählich nur noch sich selbst kopiert. Dazu kam noch der schlechte nachträglich eingefügte 3D-Effekt im Kino…

  2. 2 Julian März 20, 2011 um 5:41 pm

    Batman Returns ist der Hammer! hat Burton da sein Ding konsequent durchgezogen, deshalb fehlt z.B. Kim Basinger – was ich ein wenig blöd finde, aber Michelle Pfeiffer ist auch supi. Mir fehlte in deiner Aufzählung nur Charlie & Die Schokoladenfabrik und natürlich Edward mit den Scherenhänden. Zwei Filme, die ich liebe. Alice habe ich leider immer noch nicht sehen können, ich arbeite aber dran.

  3. 3 maloney8032 März 20, 2011 um 9:32 pm

    @Dos Corazones: Was war den an Batman Retruns auszusetzen? und den Film habe ich sowieso in 2D gesehen da ich mir schon dachte die effekte seien nicht das gelbe vom Ei.

    @Julian: Ja Edward Scissorhands war schon grossartig aber ich konnte ja nicht alle in die Liste nehmen. Charlie und die Schokoladenfabrik hingegen war gut aber nicht überragend nicht unbedingt Burtons bestes Werk.

  4. 4 Damian März 21, 2011 um 5:32 am

    Also ich fand den auch eher so la la. Der Stoff bietet sich gerade zu an, düster verfilmt zu werden. Bunt ist zwar auch naheliegend…aber von Burton hätte ich eine wesentlich „brutalere“ Version erwartet. So in etwa wie das Videospiel-Pendant von American McGee.

  5. 5 donpozuelo März 21, 2011 um 6:21 am

    Ja, ich schließe mich Damian an: Von Burton hätte ich auch etwas mehr MEHR erwartet.

    Zur Thematik Burtons Batman kann ich auch nur sagen: Die waren echt kultig.

    • 6 maloney8032 März 21, 2011 um 8:11 am

      @Damian: ich hab ja auch gschrieben, dass ich sofort Paralellen zu Amercan McGee gezogen haben…lieses doch mal duure man! 😛

      @Don: Ja „Batman“ war halt so wie sich alle den Fans Film wünschten und bei „Batman Returns“ war halt Burton voll in seinem Element, darum waren auch manche Liebhaber des Comics ein bisschen schockiert über den Stil.

  6. 8 Celina März 21, 2011 um 6:05 pm

    Ich fand ihn gut. Ich hatte aber auch keinerlei Erwartung an den Film. Ich gestehe, was Burton betrifft, bin ich schwach. Ich kann da nicht kritisch sein! Alles, wo Burton draufsteht, da bin ich hoffnungslos verfallen, möge es noch so schlecht sein.
    Ich fand aber auch Batman Returns gut, obwohl ich damals noch gar nicht wusste, dass es ein Burton ist. Und das obwohl ich auch die Comics mag, sowie andere Verfilmungen von Batman^^

    • 9 maloney8032 März 21, 2011 um 6:45 pm

      „Alles, wo Burton draufsteht, da bin ich hoffnungslos verfallen, möge es noch so schlecht sein.“…hach du bist in meiner Gunst geraude um 1000 Punkte gestiegen *__* 😉

  7. 10 Dr. Borstel März 23, 2011 um 5:50 pm

    „„Alice in Wonderland“ gehört sicher mit „Sleepy Hollow“, „Batman Returns“ und „Nightmare before Christmas“ zu Burtons besten Werk“

    What? Just … What? Burton, den ich für einen fabelhaften Geschichtenerzähler halte, hat ja durchaus schon mal Mist gedreht, aber … what? Dieser Murks gehört niemals in eine Reihe mit „Sleepy Hollow“, der neben „Sweeney Todd“, „Big Fish“, vermutlich „Ed Wood“ und mit Abstrichen „Edward Scissorhands“ zu seinen besten Werken gehört.


  1. 1 Wir reden über: American McGee’s Alice vs Tim Burtons Alice in Wonderland « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Juli 29, 2011 um 10:22 pm
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