Wir reden über: Rango

„You’re a stranger, strangers don’t live long here!“

Rango war einer der Filme die dieses Jahr ganz hoch in meiner Popularitätsskala gestanden haben und das obwohl ich bisher nur ein wenige nichtssagenden Teaser-Trailer gesehen hatte. Der Hauptgrund war natürlich ganz klar, dass Johnny Depp  sich höchstpersönlich die Ehre gibt um dem etwas verwirrten Chamäleon seine Stimme zu leihen, andererseits bin ich immer für einen guten Western zu haben und wenn dann noch sprechende Tiere darin vorkommen, kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass  ich mir ein Kinoticket für dieses Leinwandspektakel besorgen werde.

Story:

Ein kleines noch namenloses oder zumindest nicht genanntes Chamäleon lebt in seinem Terrarium, seine einzigen Freunde sind ein Gummipalme, ein Barbietorso, eine tote Schabe und ein aufziehbarer Plastikfisch und er träumt davon jemand Grösserer zu sein. Doch als das Terrarium während einer Autofahrt aus dem Kofferraum fällt und mitten in der Wüste von Nevada zu Bruch geht muss sich das kleine Reptil plötzlich ohne jeglichen Schutz und Wasser in der glühend heissen Einöde zurecht finden. Wäre dass allein noch nicht schlimm genug wird er zu allem Überfluss noch von einem Habicht angegriffen. Ihm gelingt nur mit viel Glück die Flucht und t er befindet sich noch viel viel tiefer in der Wüste. Eher zufällig trifft er dann auf die Echse „Beans“ die ihn mit in die Stadt „Dirt“ mitnimmt. Dort angekommen gibt er sich als Revolerheld „Rango“ aus und legt sich gleich einmal mit den übelsten Schurken der Stadt an, die ihn dann ganz nach Westernmanier zum Duell bei High Noon herausfordern. Doch bevor überhaupt auch nur ein Colt gezückt werden kann, greift der Habicht wieder an und versucht sich seine wohlverdiente Beute zu krallen. Rango gelingt es erneut mit mehr Glück als Verstand dem Raubvogel zu entkommen und lässt dabei den Wasserturm der Stadt auf ihn draufknallen und macht dem verhassten Vogel ein für allemal den Garaus, weshalb ihn der Bürgermeister daraufhin zum neuen Sheriff ernennt. Dirt hat nämlich ein Problem, ihr wichtigster Rohstoff, das Wasser neigt sich langsam dem Ende entgegen und Nachschub ist weit und breit nicht in Sicht.

Stil:

Der Film bediente sich diverser alter Western Klassiker wie „The Good, the Bad and the Ugly“, „Once Upon a Time in the West“, „High Noon“ oder um auf den Titel aufmerksam zu machen natürlich „Django“ und bereitete davon die besten und bekanntesten „Klischees“ völlig neu auf, so zum Beispiel das Duell bei Mittagszeit oder die erstarrende Menge im Saloon als der Fremde das Lokal betritt. Dies aber auf so geniale Weise, dass man nicht gähnt und sich fragt ob man das schon einmal nicht irgendwo mal gesehen hat, sondern umso sehr auf mehr hofft. Dieses Schauspiel erreicht dann Schluss endlich seinen Höhepunkt, als Spaghettiwesterngott Clint Eastwood himself als „Spirit of the West“ in Erscheinung tritt. Daneben wird natürlich auch Johnny Depp gekonnt in Szene gesetzt in dem er sich mehr oder weniger subtil über sich und sein Portfolio lustig macht. So werden seine Filme wie „Don Juan DeMarco“, „Pirates of the Carribean“, „Once Upon a Time in Mexico“ und selbst „Fear and Loathing in Las Vegas“ immer wieder mal als kleine Gagköstlichkeiten für zwischendurch serviert. Obwohl der Trailer schon darauf schliessen liess, kam der Film zum Teil ziemlich surreal daher und erinnerte mehr daran als würde Salvador Dali ein Gemälde der Wüstenlandschaft malen oder auch an die bekannte Simpsons-Folge in der Homer eine Chilischote verzehrt  danach Halluzination davon trägt und ihn Johnny Cash als sprechender auf einen Selbstfindungstrip schickt.

Leider war das alles was davon zu finden war. 😦

Charaktere:

Der Film lebt natürlich in erster Linie von Johnny Depp, der schon in „Corspe Bride“ bewiesen hat, dass er neben der Schauspielerei auch ein genialer Synchronsprecher ist. Obwohl man zuerst nicht genau weiss was man mit dem hawaiihemdtragenden Chamäleon anfangen soll, beginnt man spätestens bei seiner unfreiwilligen Aussetzung in der Wüste mit ihm mitzufühlen und hofft, dass er so schnell wie möglich gerettet oder gefunden wird. Als er dann als Greenhorn sich den rauen Gepflogenheiten des Westens anzupassen versucht in dem er zum Beispiel den Gang der Einheimischen nachahmt, kommen einen einfach nur noch die Tränen vor lachen. Daneben sind aber auch die ganzen Nebencharaktere äusserst einfallsreich gestaltet, so zum Beispiel die unter Erstarrungsstörung leidende Wüstenechse Beans, die Kannicheneulen-Mariachiband die vor allem dann zu spielen beginnt, wenn sich Rango wieder mal in lebensbedrohlichen Situation befindet oder die Klapperschlange Jake die anstelle einer „Rassel“ ein Maschienengewehr am Schwanzende besitzt. Auch hier wurden ebenfalls auf mehr oder weniger grosse Namen aus dem Showbusiness, wie Isla Fisher, Alfred Molina oder Bill Nighy gesetzt.

 Fazit:

Rango besticht vor allem durch seinen schrägen Humor, die Vielzahl an witzigen und durchgeknallten Charaktere und natürlich Johnny Depp als Chamäleon mit Heldenambitionen. Die Landschaftsaufnahmen könnten ebenso so gut real anstelle von Computereffekten sein und laden einfach nur zum träumen ein. Daher würde ich den Film weniger als einen solchen ansehen sondern als ein Kunstwerk. Von Gore Vebinski kannte ich bisher nur die „Pirates“-Reihe und auch dort zeigte sich, besonders im dritten Teil, dass der Typ ein gutes Händchen für die Kombination von Action und Surrealismus besitzt, was mir unter anderem auch bei Regisseuren wie Tim Burton oder Terry Gilliam ausgesprochen gut gefällt, die ebenso Johnny Depp immer wieder als Darsteller besetzen, so liegt es vielleicht auch ein bisschen an ihm. 😉

12 Responses to “Wir reden über: Rango”


  1. 1 donpozuelo März 10, 2011 um 1:58 pm

    Japp, kann ich so unterschreiben 😉 Kultiger Film!!!

  2. 2 bullion März 10, 2011 um 2:05 pm

    Klingt gut! Werde ich spätestens auf Blu-ray nachholen. Kino ist zurzeit immer etwas schwierig.

  3. 5 Deturn März 11, 2011 um 12:49 am

    Hatte schon Interesse an dem Film, jetzt aber erst recht, würde sich aber eher lohnen, wenn man den in Originalsprache ansieht, zwecks Depp & Co.
    Sehr schönes Review. 🙂

  4. 7 derhenry März 12, 2011 um 9:02 am

    Na, ob das für mich ist… Ich weiß nicht.

  5. 11 Laosüü April 26, 2011 um 10:09 pm

    Will den sehen…
    sofort…

    Allerdings im O-Ton und schon wieder nach Berlin ist Finanzen- und Studienbedingt nicht drin. :/


  1. 1 Wir reden über: The Lone Ranger | The Sweet Nonsense Trackback zu August 9, 2013 um 2:52 pm

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