Wir reden über: Scott Pilgrim vs. The World

„Every Pilgrim reaches the end of his journey.“

Scott Pilgrim vs. The World war einer jener Filme die ich dieses Jahr wahrscheinlich am meisten erwartet habe und auch das ständige Hickhack mit dem immer wieder nach vorne und dann wieder nach hinten verschobenen Kinostarttermin konnten meine Erwartungen nicht schmälern. Auch als ich dann gestern ein viertel Stunde vor Filmbeginn mein Ticket abholen wollte und etwa gefühlte tausend Leute vor mir standen, wusste ich dass ich den ihn sehen würde und er mir gefallen wird, da ich ihn mir wirklich verdient habe.

Story:

Scott Pilgrims perfektes, kleines Leben besteht eigentlich im grossen und ganzen aus süssem Nichtstun, die Zeit die nebenbei noch verbleibt verbringt er mit seiner Band „Sex Bob-Omb“ oder dem Daten des für ihn ein bisschen zu jungen, chinesischen Schulmädchen Knives Chau. Doch all dies ändert sich schlagartig als  ihm in seinen Träume immer wieder ein ominöses Rollschuhmädchen über den weg läuft, dass er seither nicht mehr aus seinem Kopf kriegt. Deshalb beschliesst er sich auf die Suche nach der mysteriösen Unbekannten zu machen, die er dann auch prompt findet und sich sogar mit ihr verabreden kann. Jedoch gibt es da ein kleines Problem, genauer gesagt sieben nicht ganz so kleine Probleme. Ramona Flowers, wie sie heisst hat sieben böse ehemalige Liebschaften, die es sich alle in den Kopf gesetzt haben, Scott fertig zu machen und nur wenn dieser sie alle nacheinander zur Strecke bringen kann, gwinnt er das zückersüsse Herz der noch viel zuckersüsseren Ramona.

Stil:
Der Film basiert auf den besonders in Kanada sehr populären Scott Pilgrim Comics von Bryan Lee O’Malley und wie dort auch ist der ganze Film eine einzige grosse Lobhuldigung an die Popkultur der späten 80er und der gesamten 90er Jahre. Allen voran dabei, die Videospiele der damaligen Zeit, vor allem in den kämpfen mit den fiesen Ex-freunden sind Anspielungen an Klassiker wie „Street Fighter“, „Mortal Kombat“ oder „Tekken“ unverkennbar und kommen mit Hintergrundsounds von „Legend of Zelda“ und „Super Mario“ im Film zum Teil genialer rüber als sie das den Comics je könnten . Aber auch sonstige popkulturelle Elemente finden ihren Platz, so gefiel mir besonders gut, als in einer Übergangssequenz der berühmte „Seinfeld-Ton“ ertönte
und in den nächsten paar Szenen, dazu passend, nach fast jedem Satz ,die für Sitcoms so obligatorischen Lachkonserven ertönten.  die Musik lieferten zum Grossteil Underground Bands wie „Black Lips“ „Broken Social Scene“, bei denen ich durch vorgängiges unentwegtes Hören des Soundtracks, immer wieder mitsummen- und singen konnte(natürlich sehr sehr leise), was zweifelsohne eine weiteres Highlight des Films für mich war.
 Charaktere:
Die gesamte Cast besteht aus keinem einzigen Schauspieler, der zum Zeitpunkt des Filmdrehs, älter als 30 Jahre war, wie Regisseur Edgar Wright mal stolz in einem Interview anmerkte. Doch dies tut dem Film überhaupt keinen Abbruch, im Gegenteil die zum Teil schon gestandenen Jungschauspieler wie Michael Cera (Juno), Mary Elizabeth Winstead (Death Proof) oder Jason Schwartzman (The Darjeeling Limited) machen ihre Sache einfach grandios, dennoch war mein persönlicher Favorit Macaulay Culkins kleiner Bruder, Kieran der Scotts männermordenden, sophisticateden Mitbewohner mit einer derartigen Präzision mimte, dass man sich Fragen musste warum sein Bruder in Anbetracht eines solchen Schauspieltalents in den Genen überhaupt von der Leinwand verschwinden konnte.
  Fazit:
 Es gibt Filme die erwartet man so sehnlichst, dass wenn man im Kino sitzt und die ersten paar Sekunden des Films im Saal anlaufen, einfach nur noch sprachlos und erwartungsvoll ist. Dieses Gefühl hatte ich erst bei einer handvoll Kinofilmen, unter anderem beim ersten Harry Potter Film oder bei „Der Herr der Ringe“, wobei da die Erwartungen, besonders beim erstgenannten nicht voll umfänglich erfüllt wurden. Bei Scott Pilgrim vs The World jedoch wurden diese Erwartungen in (fast) jeder Hinsicht befriedigt und hat daher das Zeug zu einer meiner absoluten Lieblingsfilme zu werden. Auch wenn sich die Macher nicht hunderprozentig an die genaue Story der Comics gehalten haben, was auch entschuldbar ist, da zum Zeitpunkt des Drehs gerade mal vier oder fünf Bände davon erschienen waren, ist der Film besonders optisches, ein regelrechtes Feuerwerk an Effekten die ganz im Stile der alten 8-Bit Arcadegames gehalten sind, die jedes Zockerherz wie meines, dass die alten Nintendo und Sega Spiele rauf und runter gespielt hat, höher schlagen lassen.
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11 Responses to “Wir reden über: Scott Pilgrim vs. The World”


  1. 1 christian November 21, 2010 um 7:28 pm

    Wo du grad die ersten Sekunden erwähnst: Die fand ich bei SP extrem gelungen, und ich glaube gerade an sie werde ich mich noch mein ganzes Leben erinnern können *schnüff*

  2. 2 graval November 21, 2010 um 9:36 pm

    Den muss ich vermutlich auch noch sehen.

  3. 3 donpozuelo November 22, 2010 um 10:38 am

    Eine Flut an Scott-Pilgrim-Rezensionen… aber zum Glück sind sie sich alle einig…

    Und was die ersten Sekunden angeht: Ich fand allein schon das Universal-Pixel-Logo und die Mukke dazu total genial.

  4. 4 Dr. Borstel November 22, 2010 um 8:28 pm

    Neid, Neid, Neeeeeeeiiiiiiid! :mrgreen:

  5. 5 Dos Corazones November 23, 2010 um 5:11 pm

    Das Universal-Logo fand ich so auch klasse. Ich freue mich nun auf die DVD/BluRay damit ich endlich in den Genuss des O-Tons komme, der dürfte mich doch noch besser unterhalten…


  1. 1 Scott Pilgrim vs. the World (2010) « of bastards and dwarves Trackback zu März 20, 2011 um 3:16 pm
  2. 2 Wir reden über: Wreck-It Ralph « Jason Auric – Sweet Nonsense Trackback zu Dezember 8, 2012 um 1:05 am
  3. 3 Wir reden über: Oblivion, Mama, G.I. Joe: Resolute, God Bless America | Jason Auric - Sweet Nonsense Trackback zu Mai 2, 2013 um 9:39 am
  4. 4 Wir reden über: Parks and Recreation | The Sweet Nonsense Trackback zu Juli 14, 2013 um 2:53 pm
  5. 5 Wir reden über: The Lone Ranger | The Sweet Nonsense Trackback zu August 9, 2013 um 2:52 pm
  6. 6 Wir reden über: The World’s End | The Sweet Nonsense Trackback zu September 23, 2013 um 9:33 pm

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