Wir reden über: Ponyo

Ponyo – Das große Abenteuer am Meer ist ein weiteres Schmuckstück aus dem Hause Studio Ghibli von Kultregisseur Hayao Miazaki. Der Film ist in Japan schon 2008 erschienen in deutschsprachigen Raum erstaunlicher Weise aber erst seit September dieses Jahres.

Story:

Der fünfjährige Sōsuke findet am Strand vor seinem Haus, ein in einem Glas eingesperrtes Fischmädchen, er befreit, füttert und nennt es Ponyo. Doch Ponyo deren richtiger Name eigentlich Brunhilde lautet ist die Tochter eines mächtigen Wassermagiers, der seine Tochter um jeden Preis zurückhaben will. aber als ob das noch nicht genug wäre hat Ponyo, die sofort einen Narren an Sōsuke gefressen und sich in den Kopf gesetzt ein Mensch zu werden. Durch dieses Ziel veränderte sie aber die Grundfesten der Natur, was zu einer riesigen Flutkatastrophe führt. Die Welt kann schlussendlich nur wieder ins Lot gebracht werden, wenn Sōsuke und Ponyo beweisen, dass sie sich wirklich mögen

Charaktere:

Wie schon bei Filmen wie „Kikis kleiner Lieferservice“ oder „Mein Nachbar Totoro“, die besonders auf Kinder ausgerichtet sind, spielen auch diese auch die Hauptrollen. Da wäre zum einen Ponyo bzw. Brunhilde die ich von Anfang an mit ihrer kindlich-naiven Art sofort ins Herz geschlossen habe, aber auch ihre Anstrengungen ein menschliches Wesen zu werden, wie zu Beispiel als sie sich ihrem Vater widersetzte als der sie in einer Blase gefangen hielt fand ich einfach nur genial. Als es dann endlich soweit war und sie bei Sōsuke auf zwei Beinen herumlief, alles auf seinen Geruch überprüfte und dabei vor Aufregung in eine Glasscheibe rannte war für mich der komödiantische Höhepunkt des Films erreicht. Sōsuke hingegen vermochte es teilweise nicht ganz mich davon zu überzeugen, dass er wirklich ein fünfjähriger junge sein soll nicht, nur weil ein Kind seines Alters, auch wenn es am Meer aufgewachsen ist, das Morse-Alphabet perfekt beherrscht, sondern auch als überhaupt nicht panisch reagierte als ein komplettes bis zu seiner Türschwelle unter Wasser stand erst als er trotz intensiver Suche seine Mutter nicht finden konnte und dabei fast in Tränen ausbrach gewann er seine Glaubwürdigkeit zurück. Ein wenig zu kurz, so kam es mir vor kamen die meisten Nebencharaktere, dies ist aber nicht der erste Miyazaki bei dem ich dass bemerkt habe. Einzig Sōsukes Mutter Risa hatte einen gut überschaubaren Leinwandauftritt.  Viel zu kurz hingegen kam Ponyos Vater Fujimoto, denn man erfährt zwar dass er mal ein normaler Mensch gewesen sein muss aber weshalb er ein Fischmädchen zur Tochter oder Macht über dass Meer und all seine Bewohner hat, erfährt man nie.

Stil:

Wer Miyazakis frühere Werke kennt, dem fällt sofort das viel einfach gehaltenere Artwork auf, die Hintergründe wurden von Hand coloriert und sind daher nicht so detailreich, wie es beispielsweise bei „Chihiros Reise in Zauberland“ der Fall war, dies tut jedoch dem Film keineswegs einen Abbruch, man hat so das Gefühl Ponyo sei ein animiertes Kinderbilderbuch. Für die Musik zuständig war wieder mal Joe Hisashi, der diesmal, durch Anlehnung des Films an Wagners „Walküre“ kräftige Operntöne erklingen lässt, allen voran der Walkürenritt. Der Titelsong des Films hatte für mich gewisse Ähnlichkeiten mit dem Eröffnungslied von Totoro

Bezug zu anderen Myazaki Filmen:

Mit Ponyo hat Myazaki wieder einmal einen Film geschaffen der die Beziehung zwischen dem Mensch und der Natur thematisiert. Der Schwerpunkt wurde diesmal jedoch speziell auf das Meer gelegt. Die Überfischung des Ozeans, die besonders in Japan ein Problem, wird sehr schön durch Fujimoto verdeutlicht , der durch Magie eine Fülle an Meereslebewesen kreieren kann und darauf hinarbeitet die Meere wie im Urzeitalter mit einer immensen Artenfülle zu bevölkern.  Das Charakterdesgin von Ponyo erinnerte mich sehr stark an Mei aus Totoro, die auf genauso hartnäckige Art diesen zu finden, wie Ponyo es sich in den Kopf gesetzt hatte Mensch zu werden.

Fazit:

Für Fans von Miyazaki ist der Film natürlich ein Muss, aber auch Liebhaber von gut gemachtem Zeichentrick und Familienunterhaltung kommen auf ihre Kosten. Der Film will zwar eine Botschaft übermitteln dies tut er aber nicht mit erhobenen Zeigefinger oder Moralpredigten sondern auf lockere und spielerische Weise, die zeigt dass mit Hilfe von Freundschaft alles zu schaffen ist.

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5 Responses to “Wir reden über: Ponyo”


  1. 1 graval September 20, 2010 um 5:58 pm

    Ich fand Sosuke nicht mal so schlimm. Miyazaki hat einmal gesagt, dass er nicht Kinder zeigen will, die vor allem zurückschrecken und bei allem überlegen, ob es gut ist oder nicht, sondern die Welt entdecken wollen. Siehe auch Mei in Totoro, die ja nicht wirklich Angst hat vor Totoro.

    Übrigens war das wieder einmal einen der wenigen Miyazaki, der nicht das Fliegen zum Thema hat, sondern, wenn man so will, das Gegenteil, das Wasser. Finde ich ein sehr schöner Film, aber das weisst du ja 😉

  2. 2 Damian September 23, 2010 um 6:56 am

    Ich war impfal im Ghibli-Museum. Seid ihr jetzt neidisch, ja? 🙂

  3. 5 Peer September 23, 2010 um 11:34 am

    Warum wird erst so spät realisiert, dass die Überfischung ein wirklich dramatisches Problem für unsere Zukunft bedeutet. Ich verstehe das nicht. Wenn das so weitergeht, steuern wir zielgerichtet auf das unheilvolle Jahr 2012 zu 🙂


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