Wir reden über: The Powerpuff Girls Movie

“I wasn’t born a super villain chimp with an oversized brain you know. Evil geniuses are made not born.”

Es gibt Serien an die erinnert man sich auch mehrere Jahre nachdem man sie zum letzten Mal über den Bildschirm flimmern gesehen hat noch bestens. Bei einigen sind das alte Disneyshows, wie Ducktales, Darkwing Duck oder Gummibärenbande und andere sind noch eine Spur nostalgischer und denken gerne an He-Man, Transformers oder ThunderCats zurück. Wenn man mich fragen würde, an welche Serie ich noch ziemlich gute oder einfach nur merkwürdige Erinnerungen habe, käme mir sicher als eine der ersten die PowerPuff Girls in den Sinn. Nicht weil ich mir das Ganze bis zum Erbrechen angesehen habe (obwohl ich das durchaus tat) sondern eher weil ich damals mit 12 oder 13 eigentlich schon zu alt für einen Show mit den glupschäugigen kleinen Mädchen war…wären die drei nicht knallharte Superheldinnen gewesen, die nicht davor zurückschreckten auch dem grössten Bösewicht so richtig in den Hintern zu treten. Und wie jeder Superheld der etwas auf sich hält, war es dann nur eine Frage der Zeit bis die drei Verbrechensbekämpferinnen ihren eigenen Kino- oder zumindest Videofilm erhielten.

Story:

Professor Utonium träumt von einer Familie, genauer gesagt von den perfekten kleinen Mädchen. Als er bei einem Versuch, diese in seinem Labor zu erschaffen versehentlich die Chemikalie X der Mixtur hinzufügt, endet dies in einem lauten Knall, doch anstelle eines Fehlschlags blickt der Professor plötzlich in die grossen Augen drei kleiner Mädchen, die ihn sofort als ihren Vater ansehen. Doch Blossom (weil diese so offen und ehrlich ist), Bubbles (weil diese überschäumend fröhlich ist) und Buttercup (weil das auch mit einem B anfängt) haben aufgrund der Chemikalie X nicht nur ihr Leben sondern gleich auch noch Superkräfte erhalten. Als die Mädchen bei einem Fang-Spiel mit diesen aber die halbe Stadt zerstören, werden sie sofort von der Bevölkerung als Monster angesehen und nicht nur wird der Professor deswegen verhaftet und eingesperrt, sondern wird ihnen auch noch verboten ihre Kräfte je wieder einzusetzen. Als sie aber zufällig auf den ebenfalls mutierten Affen Jojo treffen, bietet dieser ihnen seine Hilfe an um gemeinsam die Stadt in einen besseren und schöneren Ort zu verwandeln.

Stil:

Mit guten Origin-Stories für Superhelden aber auch Superschurken jeglicher Art kann man mich immer leicht begeistern, gute Beispiele dafür sind Batman Begins oder kürzlich auch Chronicle. Was ersteres betrifft ist der Film wirklich und in der Tat gelungen und zu alledem noch glaubhaft. Dadurch, dass die Mädchen ja eigentlich noch im Vorschulalter sind, macht es auch durchaus Sinn, dass sie ihre Kräfte anfangs völlig unüberlegt einsetzen und dabei die halbe Stadt in Schutt und Asche legen und erst als sie ihren geliebten Vater in höchster Gefahr sehen begreifen was sie mit diesen Fähigkeiten wirklich anstellen können. Da die Serie schon vier Jahre zuvor im Fernsehen startete, versuchte man sich hier auch an einem völlig neuen Gesamt-Design, wobei hierfür Samurai Jack Schöpfer Genndy Tartakovsky hauptverantwortlich war und dieser Stil auch gleich für die nachfolgende Fernsehstaffel beibehalten wurde. Dieses fällt vor allem durch klare Linien und viel Minimalismus auf, dennoch ist die Animation flüssig, solide und im Zusammenspiel mit Computergrafiken manchmal sogar fabelhaft.

Charaktere:

Ganz grob überflogen, spielen im Film eigentlich nur fünf Figuren eine wichtige Rolle, allen voran natürlich die Powerpuff Girls selbst, die durchaus und entsprechend ihren Namen, verschiedene Persönlichkeiten besitzen. So ist Blossom die klare Anführerin und ist mit ihrem Wissensdurst auch für diese befehlserteilende Position prädestiniert. Bubbles (übrigens gesprochen von Twilight Sparkle herself Tara Strong) ist von den dreien, wohl die deren Verhalten am meisten einem kleinen Mädchen gleich kommt, so kann sie nie ohne ihr Kuscheltier ins Bett, bricht schnell in Tränen aus und begeistert sich am schnellsten für Kinderspiele, dennoch kann sie genauso wie ihre Schwestern ordentlich ihre nicht vorhandenen Superfäuste sprechen lassen. Buttercup kann dann davon fast nicht genug kriegen und ist auch die, die sich als stärkste der drei aufspielt, vor allem wenn sie sich mal wieder mit Blossom darum streitet wer nun eigentlich wirklich die Anführerin ist. Dass der Professor ein fürsorglicher (manchmal fast zu fürsorglicher) Vater ist merkt man gleich beim ersten Kontakt mit ihm und den Mädchen, dazu kommt dass ohne ihn, diese wahrscheinlich nie den wahren Zweck hinter ihren Superkräften entdeckt hätten, zudem sieht man hier wo Tartakovsky seine Inspiration für das Design Jack her hatte. Mojo Jojo ist zwar der typische nach der Weltherrschaft heischende Superschurke, doch hat er was seinen Hass auf die Powerpuff Girls angeht durchauss eine Berechtigung,  denn anders als viele andere Schurken ist sein Schicksal, direkt an das der Mädchen geknüpft, da die diese ihm nicht nur seinen Status als das persönliche Labor-Äffchen des Professors kosteten, sondern die Chemikalie X ihn auch mutieren und zu dem bösen Supergenie werden liess, zudem ist wie so mancher Bösewicht in Fernseh- und Comicserien einfach nur grandios herrlichst überdreht und egozentrisch.

Fazit:

Auch wenn der Film ursprünglich für Kinder gemacht wurde, sprechen doch die Action und auch der Humor teilweise eine andere Sprache, hier wird zwar jegliches Superheldenklischees das es gibt karikiert aber nie lächerlich gemacht. Schöpfer Craig McCracken (Dexters Laboratory) und seine Frau Lauren Faust (My Little Pony: Friendship is Magic) bewiesen hier, dass auch die jüngsten und niedlichsten Superhelden zuerst einmal von der Gesellschaft akzeptiert werden müssen, bevor sie ihren Kampf gegen das Verbrechen so richtig aufnehmen können. Eine tolle Botschaft und eine solide Superhelden-Entstehungsgeschichte, die mit 70 Minuten auch durchaus mal was für Zwischendurch ist.

7/10

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