Wir reden über: Mononoke Hime

“Stay here. Help me kill the Forest Spirit, Ashitaka – You would do that? Kill the very heart of the forest? – Without that ancient god the animals here would be nothing but dumb beasts once again”

Umweltschutz war schon immer eines der wichtigsten Stilmittel um eine Botschaft, besonders in Filmen glaubhaft rüber zu bringen und das nicht erst seit sich so mancher Promi dazu entschlossen, diese Botschaft auch mehr oder weniger sinnvoll für seine eigenen Karriere zu verwenden. Versteht mich jetzt nicht falsch An Inconvenient Truth zum Beispiel war äusserst gut gemacht und auch ziemlich eindrücklich aber man merkte schon, dass der Film schon so ein bisschen auf der Welle der damals gerade entdeckten Klimadaten mitschwang. Doch schon einige Jahre zuvor kam eine unbequeme Wahrheit ins Kino, eine unbequeme Wahrheit über Götter, Dämonen und die Gier des Menschen alles zu beherrschen was auf Erden wandelt. Ich spreche natürlich von keinem anderen Film, als dem Film der Hayao Miyazaki und sein Studio Ghibli auch endlich im Westen bekannt und berühmt machten, Prinzessin Mononoke U

Story:

Nachdem sein Dorf von einem Dämon in Ebergestalt angegriffen wird und er dabei mit dessen todbringenden Sporen in Berührung kommt, die ihn nun von innen heraus auffressen, muss Prinz Ashitaka nun in den Westen ziehen um ein Heilmittel gegen diesen Fluch aber auch für dessen Ursache finden. Dort angekommen, landet er in der “Eisenhütte” einer von der Herrin Eboshi regierten Stadt die sich darauf spezialisiert hat aus den Metallerzen, die, die Bewohner aus dem umliegenden Wald abbauen Waffen herzustellen. Doch die Stadt befindet sich im ständigen Kampf, einerseits mit den benachbarten Kriegsfürsten und andererseits mit dem Wald selbst. Den der Stamm der Wölfe angeführt von der menschlichen Wolfsprinzessin San greifen immer wieder die Bewohner der Stadt an und machen so den Transport der Erze schier unmöglich aber auch die Wildschweine rotten sich zusammen um unter ihrem Anführer Ok-Koto einen letzten Angriff auf die Eisenhütte zu starten. Eboshi, die von Kaiser aber absolute Immunität gewährt bekommt, wenn sie ihm den Kopf, des Herrn des Waldes, dem Waldgott, bringt hofft dadurch nun, beide Fronten endgültig zerschlagen zu können.

Stil:

Ich habe es hier, bei der Aufzählung meiner liebsten Lieblingsfilme aller Zeiten ja schon mal erwähnt (auch wenn ich Mononoke heute definitiv viel höher einstufen würde), dass die optischen Aspekte allein schon Grund genug sind sich den Film anzusehen. Die Landschaften fühlen sich, durch ihre immense Detailverliebtheit, teilweise so dermassen echt an, dass man wirklich das Gefühl hat sich selbst an der Quelle des Waldgottes zu befinden. Der Film, war auch von der ersten Idee bis zum finalen Leinwandprodukt über 16 Jahre in Produktion, was zeigt wie viel wert darauf gelegt wurde, dass auch die noch so geringste Kleinigkeit perfekt gezeichnet und animiert wurde. Daneben ist natürlich unbestreitbar der Naturschutz der grösste und wichtigste Aspekt des Film aber nicht in einer Art und Weise in der man sich selbst wie in anderen Filmen, nachher wirklich schuldig fühlt der Spezies Homo Sapiens anzugehören, sondern man merkt einfach, dass die Natur an irgendeinem Punkt immer stärker als der Mensch ist und sogar die stärksten Mauern und die dicksten Rüstungen sich nicht ihrer Beständigkeit wiedersetzen können. Dieses nichtmitdemzeigefingerwackeln und schlechtesgewisseneinreiden trug sicher auch dazu bei, dass danach unbewusst einige Menschen wieder verantwortungsvoller und bewusster mit ihrer Umwelt umgingen.

Charaktere:

Obwohl der Film den Titel Prinzessin Mononoke trägt, steht nicht San im Zentrum des Films sondern vielmehr Ashitaka, was für einen Miyazaki Film doch eher ungewöhnlich ist, da bis auf Das Schloss des Cagliostro und Porco Rosso sonst ausnahmslos seine Hauptrollen mit weiblichen Charakteren besetzt sind. Doch Ashitaka verkörpert ebenfalls diesen starken unabhängigen Charakter, der bereit ist für die eine Sache sogar sein Leben zu lassen auch wenn sein Motiv anfangs oder vielleicht sogar den ganzen Film über “nur” darin bestand, sein eigenes Leben zu retten. San auf der anderen Seite ist dagegen keinesfalls Nobel, sie ist wild, rau und blutrünstig so wie es ein Wolf eben ist aber sie ist ebenfalls bereit für ihre Familie, ihren Stamm und den gesamten Wald alles aufzugeben nur damit sie wieder in Frieden leben kann. Zusammen Kämpfen die beiden für jeweils für eine Seite, der sie eigentlich gar nicht angehören, San für den Wald und die Tiere obwohl sie eigentlich ein Mensch ist und Ashitaka für die Eisenhütte, ungeachtet der Tatsache, dass er ein Emishi-Prinz ist, und sein Volk vielleicht stärker als anderen mit der Natur verbunden ist. Auch bei den Bösewichten, lässt sich Miyazaki nicht von den üblichen Klischees einschränken, jedenfalls nicht von westlichen. Eboshi ist zwar eine gnadenlose Kriegerfürsten aber sie ist kein eindimensionaler Bad Guy, die nur böse um des böses Willen ist, man merkt, dass ihr ihre Stadt und die Menschen darin wichtig sind, sie gab ihnen ein besseres Leben und sie will den Waldgott nur töten um endlich mit ihrer Stadt in Frieden leben zu können es beweist wieder, dass es immer auf den Blickwinkel ankommt ob jemand böse ist oder nicht.

Fazit:

Myazaki beweist spätestens hier, dass er ein Meister des Animationsfilm aber auch des Geschichten Erzählens ist. Der Film ist einfach wunderbar in jeglicher Hinsicht. Die fantastischen Bilder ziehen mich jedes Mal aufs Neue in ihren Bann und ich lüge nicht wenn ich jetzt sage, dass ich teilweise und bei jeder Sichtung mehr Tränen in den Augen habe weil mich die Geschichte einfach dermassen mitnimmt und beeindruckt und das kann ich wirklich nun nicht von vielen Filmen behaupten.

10/10

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7 Responses to “Wir reden über: Mononoke Hime”


  1. 1 bullion Juni 17, 2012 um 12:13 nachmittags

    Oh ja, ein toller Film. Selbst für mich, der Animes ansonsten bestenfalls neutral gegenüber steht. Würde vielleicht ein bis zwei Punkte weniger geben. Mag ich aber auch sehr!

  2. 2 vEnoMaZn Juni 17, 2012 um 12:26 nachmittags

    ja man, ich zieh mir den gleich mal wieder rein. richtig bock bekommen :D

    • 3 maloney Juni 17, 2012 um 12:37 nachmittags

      @bullion: Anime können richtig toll sein wenn man sich auf ihre teilwese weirdness einlääst…aber die Ghibli (oder Miyazaki) Filme sind ja alle eigentlich ausnahmslos gut

      @vEno: SUCCSES!!

  3. 4 donpozuelo Juni 18, 2012 um 6:21 vormittags

    :D Ich glaube, langsam beginnen wir im Einklang zu denken. Ähnlich habe ich damals meine Rezension auch eingeleitet ;) Aber schönes Ding!!! Ein toller Film. Hat mich ja damals erst so richtig für Animes neugierig gemacht… obwohl ich im Kino nicht ganz fassen konnte, dass der erst ab 12 war.


  1. 1 Wir reden über: Epic | The Sweet Nonsense Trackback zu Juli 1, 2013 um 2:22 nachmittags

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